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ETIENNE GUILLOTEAU Zeit-Bild

Fr, 27. November 2015, 19.30 Uhr, republic

Der Choreograf Etienne Guilloteau erarbeitet im Rahmen des Festivals Dialoge der Stiftung Mozarteum gemeinsam mit Alain Franco eine musikalische Geschichte der Zeit, die sich aus zeitlichen Rahmen, Strukturen, Wiederholungen, Verschiebungen und Folgen zusammensetzt. In diesem Raum stellen die Tänzer ihre eigenen Geschichtsebenen und ihr Zeitgefuhl der musikalischen Struktur entgegen. An einer Wegbiegung verwandeln sich fantastische Erinnerungen zu lebendiger Gegenwart und machen etwas vom Innersten sichtbar. Ein Stuck, das zeigt, woraus unsere Zeiten gemacht sind.

Guilloteau erarbeitet die Choreografie gemeinsam mit Tänzern des BODHI PROJECT, der Kompanie der Salzburger Ausbildungsstätte für Tanz SEAD.

Eine Produktion der Stiftung Mozarteum Salzburg, SZENE Salzburg/apap – advancing performing arts project, Action Scénique und SEAD.

Weitere Infos und Tickets finden Sie hier

SOMMERPAUSE

Fr, 31. Juli bis Mo, 17. August 2015

bleibt das SZENE-Büro geschlossen.

Darüber hinaus gelten bis 7. September unsere verkürzten Büro-Öffnungszeiten:

Mo bis Do von 10.00 – 16.00 Uhr

Wir wünschen erholsame Ferientage und freuen uns auf ein Wiedersehen in der neuen Saison!

DAS WAR DIE SOMMERSZENE 2015 

Kunst ist dafür da, Fragen zu stellen
Mit einer erfolgreichen Bilanz von rund 6000 Besuchern ist die diesjährige Sommerszene zu Ende gegangen: Zwölf Tage lang konnte sich das Publikum bei 15 Produktionen an zehn Spielstätten von der Vielfalt zeitgenössischer Tanz- und Performancekunst überzeugen. 

„Starke künstlerische Handschriften prägten das Programm der diesjährigen Sommerszene. Der Zuspruch des Publikums zeigte, wie sehr es die Vielfalt der gebotenen inhaltlichen wie ästhetischen Positionen schätzt“, freut sich Intendantin Angela Glechner. „Ein Anliegen war es, aktuelle gesellschaftspolitische Themen ins Zentrum zu rücken, ganz im Sinne von Rabih Mroué: Kunst ist dafür da, Fragen zu stellen, sie muss sie nicht beantworten.“

Gesellschaftspolitischer Diskurs
Vom Publikum gefeiert wurden die zehn palästinensischen Tänzer und ihr furioses Stück BADKE, ein temporeiches Fest der Hoffnung in Zeiten des Krieges, mit dem die Choreographen von les ballets C de la B traditionelles Bewegungsvokabular mit neuen Elementen anreichern. In Everywhere is Black with People des Brasilianers Marcelo Evelin loteten die Performer der Demolition Inc. eindrücklich die Grenzen zwischen Fremdheit und Nähe aus und machten diese für die Besucher physisch und psychisch erfahrbar.

Der libanesische Künstler Rabih Mroué stellte die bewegende Geschichte seines Bruders ins Zentrum von Riding on a cloud: Yasser Mroué erzählte im Toihaus in einer fragilen Komposition aus Ton- und Bildfragmenten von seinem Weg zurück ins Leben nach einer schweren Kopfverletzung durch einen Heckenschützen.
Die Grenzen der Freiheit thematisierte der Japaner Michikazu Matsune in seiner minimalistischen Performance Dance if you want to enter my country!, in der er die wahre Geschichte des US-amerikanischen Tänzers Abdur Rahim Jackson erzählte, der bei seiner Einreise nach Israel aufgrund seines muslimischen Vornamens aufgefordert wurde zu tanzen, um seine Profession zu bestätigen. Ergänzt wurde die Performance in der Galerie 5020 durch die Gruppenausstellung Towards the other side of the world.

Performative Zugänge zur bildenden Kunst
In der ARGEkultur setzte sich die dänische Choreographin Mette Ingvartsen in ihrer konzentrierten Lecture-Performance 69 Positions mit dem Verhältnis von Sexualität und Affektmanipulation auseinander und zitierte dabei eigene Arbeiten ebenso wie maßgebliche Vertreterinnen der Performancekunst der 1960er Jahre.

In Kooperation mit dem Museum der Moderne Salzburg wurde die ongoing action Public Collection von Alexandra Pirici und Manuel Pelmus gezeigt, die mit reduzierter körperlicher Präsenz Kunstwerke im musealen Rahmen inszenierten.
Zum Abschluss des zwölftägigen Festivals servierte die österreichische Kompanie Liquid Loft/Chris Haring mit Deep Dish ein barockes Gelage: Bizarre Parallelwelten aus organischen Objekten formten ein spektakuläres Kippbild zwischen Imaginärem und Realen.

Lokale Positionen
Auch in diesem Jahr stellten zahlreiche Produktionen das eindrucksvolle lokale Kunstschaffen unter Beweis: Ausgehend vom Begriff der Natur als Sehnsuchtsort setzten sich Hubert Lepka und lawine torrèn bei der Uraufführung von SÄGEWERK – mit der die Sommerszene eröffnet wurde – bildgewaltig mit der Deformation und möglichen Formation von Landschaft auseinander.

Fortgesetzt wurde die erfolgreiche Zusammenarbeit der SZENE Salzburg mit dem Ausbildungszentrums SEAD: In ihrer präzise gesetzten Choreographie A_PART erforschten Moya Michael und drei Tänzer des SEADs BODHI PROJECT die Zwischenorte von Raum und Körper.
Als neue Spielstätte wurde der Vorplatz des Salzburger Hauptbahnhofs entdeckt: Begleitet von Texten, kurzen Dialoge und Sounds konnte die Besucher bei Die Loge des Salzburger Künstlernetzwerkes ohnetitel von einer prachtvollen Theaterloge aus das Kommen und Gehen unter ihnen verfolgen.
Zu einer archetypischen Reise luden die Künstler von under construction in die Kavernen 1595: In body building ließ die Komplizenschaft zwischen Mensch und Ding offen, wer Erbauer und wer der Bau ist.

Erfahrbarer Stadtraum
Mit Unterstützung von Altstadt Salzburg Marketing wurden am Alten Markt und am Mozartplatz das mitreißende Tanzstück JINX 103 von Jozsef Trefeli und Gabor Varga präsentiert, das auf unterhaltsame Weise ungarische Folklore und zeitgenössischen Tanz mit Körperperkussion verband.

Die französische Künstlerin Myriam Lefkowitz hinterfragte bei ihrem stillen Spaziergang Walk, Hand, Eyes (Salzburg) auf intelligente Weise das sensitive Wahrnehmungsvermögen ihrer Begleiter und machte so den Stadtraum neu erfahrbar.

„Die vielen ausverkauften Vorstellungen haben bewiesen, dass die Sommerszenen Salzburg ein fixer Bestandteil im Kalender des kulturinteressierten Publikums in dieser Stadt ist“, unterstreicht SZENE-Vorstandsvorsitzende Ursula Wirth. „Einmal mehr bot das Programm eine Zusammenschau aktuellster internationaler und heimischer Performance-Kunst und leistete mit einigen Produktionen einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftspolitischen Flüchtlingsdiskussion.“

Die Sommerszene Salzburg 2016 findet vom 22. Juni bis 2. Juli statt.

SOMMERSZENE 2015 ERÖFFNET

Mit einer Uraufführung wurde die diesjährige Sommerszene Salzburg 2015 im republic eröffnet: In einer Komposition aus Tanz, Theater, Gesang und Video boten Hubert Lepka / lawine torrèn  mit SÄGEWERK. Über die Herstellung von Landschaft Denkansätze über die Interpretation von Natur.
„Vor ausverkauftem Saal ein Festival zu eröffnen, freut uns alle besonders“, so Intendantin Angela Glechner. „Hubert Lepka hat an diesem atmosphärisch dichten Abend den großen und wichtigen Themenkomplex Mensch und Natur vor eindrucksvoller Sound- und Bildkulisse inszeniert.“

 

DIE URPRODUKTION DES SCHÖNEN

Eröffnet wird die diesjährige Sommerszene Salzburg (23. Juni – 04. Juli) mit der Uraufführung von Hubert Lepka/lawine torrèns SÄGEWERK. Über die Herstellung von Landschaft. Erstmals seit 1999 spielt lawine torrèn wieder auf einer herkömmlichen Bühne und nicht an einem Ort im Freien. Das republic beherbergt dieses „landscape theatre“ – ein Begriff von Getrude Stein für jene Bühnenbilder, die wie eine Landschaft dem Schauen und nicht unmittelbar der Erzählung dienen. 

 

SÄGEWERK erzählt eine romantische Geschichte. Diese Geschichte findet in einem Bühnenbild statt, das während der Erzählung einen Baum zersägt, aus dessen Holz am Ende ein kleines Haus entsteht. Die dazugehörige Landschaft wird dabei hineingestellt durch ein bewegliches Display: präzise choreographierter Film auf einer präzise fahrenden Videowall. Zur Mehrstimmigkeit der Bewegtbilder und des Tanzes gesellt sich die Mehrstimmigkeit des Denkens und der Musik: Film als Leuchtteppich und ein Soundscore, der A-cappella-Werke der Renaissance in einer akustischen Dramaturgie mit Sägen und Hämmern zu einer konstruierten Heimat verbindet.

Strike the Pose

Die Sommerszene eröffnet wie jedes Jahr neue Perspektiven auf die Stadt. Ob am Vorplatz des Hauptbahnhofs, wo das Salzburger Künstlernetzwerk ohnetitel mit Die Loge eine Komposition des Augenblicks präsentiert. Oder am Alten Markt und Mozartplatz, wo JINX 103 von Jozsef Trefeli und Garbor Varga ein kurzweiliges Tanzvergüngen bietet. Auch bei einem stillen Spaziergang mit der französischen Künstlerin Myriam Lefkowitz wird das Wahrnehmungsvermögen auf besondere Weise hinterfragt.

 

Gewohntes auf den Kopf gestellt wurde im Vorfeld des Festivals auch beim Unipark Nonntal, wo sich Studierende in die Position eines Tanzenden begeben konnten. Viele mutige Menschen stellten das Sujet unserer diesjährigen Kampagne nach und betrachteten die Universität einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Link zur Aktion

WILLKOMMEN ZUR SOMMERSZENE 2015

Liebes Publikum, es ist wieder soweit. Vom 23. Juni bis 4. Juli bringt die Sommerszene hochkarätige Tanz- und Theatergastspiele nach Salzburg, präsentiert neue Stücke von lokalen Künstlern, zeigt performative und installative Arbeiten und begibt sich mit partizipativen Formaten in den öffentlichen Raum. Die fünfzehn eingeladenen Produktionen erwarten Sie an zehn verschiedenen Spielorten in der Stadt und geben Ihnen ein eindrucksvolles Zeugnis über die inhaltliche und ästhetische Vielfalt der zeitgenössischen Bühnenkünste.

Die diesjährige Sommerszene rückt das Kunstschaffen von Salzburger Gruppen mit vier Beiträgen – allesamt Premieren und in Koproduktion mit der SZENE Salzburg entstanden – in den Fokus: Hubert Lepka/lawine torrèn eröffnet mit seiner interdisziplinären Inszenierung SÄGEWERK das Festival und kreiert mittels Tanz, Schauspiel, Gesang und Video eine romantische Geschichte über die Herstellung von Natur. Einen ganz besonderen Schauplatz hat ohnetitel gewählt: 
In Die Loge mutiert der Vorplatz des Hauptbahnhofes zur Kulisse für ein Episoden-Szenario, bei dem
sich fiktive Aktionen und echtes Geschehen zu einer Komposition des Augenblicks verdichten. Die bestens bewährte Kooperation mit der renommierten Salzburger Tanzakademie SEAD findet mit A_Part, einer Choreographie der Südafrikanerin Moya Michael für drei Tänzer des BODHI PROJECT, ihre Fortsetzung. Das komplexe Themenfeld „Bauen“ nimmt sich das vierköpfige Kollektiv under construction in body building vor und schafft temporäre Räume aus gefundenen Materialien und den Körpern der Künstler. Die Sommerszene 2015 stellt mehrere außereuropäische Positionen mit politischen Inhalten vor: In BADKE, von les ballets C de la B, begeistern zehn junge Interpreten aus der Konfliktregion Palästina mit einem virtuos vorgetragenen Tanzspektakel, das sich dem alltäglichen Kriegsgrauen entgegenstellt. Mit der Angst vor dem Fremden in uns treibt der Brasilianer Marcelo Evelin bei seinem Österreich-Debüt Suddenly Everywhere is Black with People ein klug choreographiertes Spiel aus Nähe und Distanz, Individuum und Masse, Licht und Sound.

Einen sehr persönlichen Zugang zu den Ereignissen in seiner Heimat wählt Rabih Mroué: In Riding on a cloud holt er seinen Bruder auf die Bühne, der selbst Opfer des Bürgerkrieges wurde. Starke Bezüge zur bildenden Kunst finden sich nicht nur bei dem – unlängst auf der dOCUMENTA gefeierten – Libanesen sondern auch in weiteren Projekten. So untersucht Mette Ingvartsen in ihrem faszinierenden Solo 69 Positions, das als österreichische Premiere zu erleben ist, den heutigen Körper in Hinblick auf die sexuellen Utopien in legendären Performances der 60er Jahre. In Zusammenarbeit mit dem Museum der Moderne Salzburg zeigen wir Public Collection, eine ongoing action von Alexandra Pirici und Manuel Pelmus. Darin werden Werke der Kunstgeschichte in die immaterielle Welt der Bewegungen, Gesten und Posen transferiert. Für die Performance Dance, if you want to enter my country! und die begleitende Ausstellung Towards the other side of the world lädt Michikazu Matsune in die Galerie 5020. Darin beschäftigt er sich mit den Brüchen und Widersprüchen der globalisierten Gesellschaft. Liquid Loft/Chris Haring lädt Sie in Deep Dish zu einem rauschhaften Gelage aus Früchten und Gemüse, dessen großformatige Livefilm-Sequenzen zu einer unvergesslichen visuellen Reise werden. Der Mozartplatz und der Alte Markt mutieren bei dem kurzweiligen Tanzstück JINX 103 von Jozsef Trefeli und Gabor Varga zur perfekten Bühne während Ihnen Myriam Lefkowitz in dem Stadtspaziergang Walk, Hand, Eyes Salzburg auf unvergessliche Weise näher bringt. Und bei der letzten Nacht der Sommerszene können Sie zu Willi Dorners Tanzkaraoke selbst das Tanzbein schwingen.

Wir freuen uns, Sie beim Festival zu sehen.

Angela Glechner und das Team der Sommerszene