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SOMMERSZENE 2015 ERÖFFNET

Mit einer Uraufführung wurde die diesjährige Sommerszene Salzburg 2015 im republic eröffnet: In einer Komposition aus Tanz, Theater, Gesang und Video boten Hubert Lepka / lawine torrèn  mit SÄGEWERK. Über die Herstellung von Landschaft Denkansätze über die Interpretation von Natur.
„Vor ausverkauftem Saal ein Festival zu eröffnen, freut uns alle besonders“, so Intendantin Angela Glechner. „Hubert Lepka hat an diesem atmosphärisch dichten Abend den großen und wichtigen Themenkomplex Mensch und Natur vor eindrucksvoller Sound- und Bildkulisse inszeniert.“

 

DIE URPRODUKTION DES SCHÖNEN

Eröffnet wird die diesjährige Sommerszene Salzburg (23. Juni – 04. Juli) mit der Uraufführung von Hubert Lepka/lawine torrèns SÄGEWERK. Über die Herstellung von Landschaft. Erstmals seit 1999 spielt lawine torrèn wieder auf einer herkömmlichen Bühne und nicht an einem Ort im Freien. Das republic beherbergt dieses „landscape theatre“ – ein Begriff von Getrude Stein für jene Bühnenbilder, die wie eine Landschaft dem Schauen und nicht unmittelbar der Erzählung dienen. 

 

SÄGEWERK erzählt eine romantische Geschichte. Diese Geschichte findet in einem Bühnenbild statt, das während der Erzählung einen Baum zersägt, aus dessen Holz am Ende ein kleines Haus entsteht. Die dazugehörige Landschaft wird dabei hineingestellt durch ein bewegliches Display: präzise choreographierter Film auf einer präzise fahrenden Videowall. Zur Mehrstimmigkeit der Bewegtbilder und des Tanzes gesellt sich die Mehrstimmigkeit des Denkens und der Musik: Film als Leuchtteppich und ein Soundscore, der A-cappella-Werke der Renaissance in einer akustischen Dramaturgie mit Sägen und Hämmern zu einer konstruierten Heimat verbindet.

Strike the Pose

Die Sommerszene eröffnet wie jedes Jahr neue Perspektiven auf die Stadt. Ob am Vorplatz des Hauptbahnhofs, wo das Salzburger Künstlernetzwerk ohnetitel mit Die Loge eine Komposition des Augenblicks präsentiert. Oder am Alten Markt und Mozartplatz, wo JINX 103 von Jozsef Trefeli und Garbor Varga ein kurzweiliges Tanzvergüngen bietet. Auch bei einem stillen Spaziergang mit der französischen Künstlerin Myriam Lefkowitz wird das Wahrnehmungsvermögen auf besondere Weise hinterfragt.

 

Gewohntes auf den Kopf gestellt wurde im Vorfeld des Festivals auch beim Unipark Nonntal, wo sich Studierende in die Position eines Tanzenden begeben konnten. Viele mutige Menschen stellten das Sujet unserer diesjährigen Kampagne nach und betrachteten die Universität einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Link zur Aktion

WILLKOMMEN ZUR SOMMERSZENE 2015

Liebes Publikum, es ist wieder soweit. Vom 23. Juni bis 4. Juli bringt die Sommerszene hochkarätige Tanz- und Theatergastspiele nach Salzburg, präsentiert neue Stücke von lokalen Künstlern, zeigt performative und installative Arbeiten und begibt sich mit partizipativen Formaten in den öffentlichen Raum. Die fünfzehn eingeladenen Produktionen erwarten Sie an zehn verschiedenen Spielorten in der Stadt und geben Ihnen ein eindrucksvolles Zeugnis über die inhaltliche und ästhetische Vielfalt der zeitgenössischen Bühnenkünste.

Die diesjährige Sommerszene rückt das Kunstschaffen von Salzburger Gruppen mit vier Beiträgen – allesamt Premieren und in Koproduktion mit der SZENE Salzburg entstanden – in den Fokus: Hubert Lepka/lawine torrèn eröffnet mit seiner interdisziplinären Inszenierung SÄGEWERK das Festival und kreiert mittels Tanz, Schauspiel, Gesang und Video eine romantische Geschichte über die Herstellung von Natur. Einen ganz besonderen Schauplatz hat ohnetitel gewählt: 
In Die Loge mutiert der Vorplatz des Hauptbahnhofes zur Kulisse für ein Episoden-Szenario, bei dem
sich fiktive Aktionen und echtes Geschehen zu einer Komposition des Augenblicks verdichten. Die bestens bewährte Kooperation mit der renommierten Salzburger Tanzakademie SEAD findet mit A_Part, einer Choreographie der Südafrikanerin Moya Michael für drei Tänzer des BODHI PROJECT, ihre Fortsetzung. Das komplexe Themenfeld „Bauen“ nimmt sich das vierköpfige Kollektiv under construction in body building vor und schafft temporäre Räume aus gefundenen Materialien und den Körpern der Künstler. Die Sommerszene 2015 stellt mehrere außereuropäische Positionen mit politischen Inhalten vor: In BADKE, von les ballets C de la B, begeistern zehn junge Interpreten aus der Konfliktregion Palästina mit einem virtuos vorgetragenen Tanzspektakel, das sich dem alltäglichen Kriegsgrauen entgegenstellt. Mit der Angst vor dem Fremden in uns treibt der Brasilianer Marcelo Evelin bei seinem Österreich-Debüt Suddenly Everywhere is Black with People ein klug choreographiertes Spiel aus Nähe und Distanz, Individuum und Masse, Licht und Sound.

Einen sehr persönlichen Zugang zu den Ereignissen in seiner Heimat wählt Rabih Mroué: In Riding on a cloud holt er seinen Bruder auf die Bühne, der selbst Opfer des Bürgerkrieges wurde. Starke Bezüge zur bildenden Kunst finden sich nicht nur bei dem – unlängst auf der dOCUMENTA gefeierten – Libanesen sondern auch in weiteren Projekten. So untersucht Mette Ingvartsen in ihrem faszinierenden Solo 69 Positions, das als österreichische Premiere zu erleben ist, den heutigen Körper in Hinblick auf die sexuellen Utopien in legendären Performances der 60er Jahre. In Zusammenarbeit mit dem Museum der Moderne Salzburg zeigen wir Public Collection, eine ongoing action von Alexandra Pirici und Manuel Pelmus. Darin werden Werke der Kunstgeschichte in die immaterielle Welt der Bewegungen, Gesten und Posen transferiert. Für die Performance Dance, if you want to enter my country! und die begleitende Ausstellung Towards the other side of the world lädt Michikazu Matsune in die Galerie 5020. Darin beschäftigt er sich mit den Brüchen und Widersprüchen der globalisierten Gesellschaft. Liquid Loft/Chris Haring lädt Sie in Deep Dish zu einem rauschhaften Gelage aus Früchten und Gemüse, dessen großformatige Livefilm-Sequenzen zu einer unvergesslichen visuellen Reise werden. Der Mozartplatz und der Alte Markt mutieren bei dem kurzweiligen Tanzstück JINX 103 von Jozsef Trefeli und Gabor Varga zur perfekten Bühne während Ihnen Myriam Lefkowitz in dem Stadtspaziergang Walk, Hand, Eyes Salzburg auf unvergessliche Weise näher bringt. Und bei der letzten Nacht der Sommerszene können Sie zu Willi Dorners Tanzkaraoke selbst das Tanzbein schwingen.

Wir freuen uns, Sie beim Festival zu sehen.

Angela Glechner und das Team der Sommerszene